Die Telefonica ist weiterhin unangefochten auf dem 1. Platz der Dinge, welche Menschen Herz- und Kreislaufprobleme samt Haarausfall bereiten und das Leben um mindestens 5 Jahre verkürzen. Ich habe ja bereits des öfteren über Erfahrungen mit der Telefongesellschaft geschrieben, welche sich mit tausenden anderen Geschichten über die Telefonica in allen Sprachen decken. Die neuesten Ärgernisse fingen mit meinem letzen Umzug an. Die Menschen in der Gegend auf Gran Canaria, wo ich nun lebe, warten bereits seit vollen zwei Jahren auf einen festen Telefonanschluss. Angeblich kann die Telefonica noch keine Leitung legen, weil das Verteilerhaus, oder wie auch immer man das nennen möchte, erst gebaut werden muss, welches sich aber noch nicht lohnen würde in dieser Gegend. Merkwürdig an der Sache ist jedoch, dass auf der Strasse überall die Telefonicadeckel eingelassen sind, welches mir ansich sagt, dass des Teufels Helfer schonmal hiergewesen sein mussten. Bei der Bestellung der festen Linie sagte man mir, dass es hier kein Problem sei und der Techniker in 2-3 Wochen kommen würde. Dieser kam natürlich nicht, dafür aber die Bestellbestätigung, welche nun auch schon seit 4 Monaten in der Schublade liegt.
Da ich also Bescheid wusste, dass die Telefonica nicht in der Lage ist, eine ansonsten vollständig erschlossene Infrastruktur mit Technik zu versorgen, habe ich meinen alten Telefonanschluss gekündigt, denn “mit rübernehmen” hätte bedeutet, dass ich weiterhin monatelang für einen Dienst bezahle, den ich garnicht nutzen kann. So war der Plan. Nach 2 Wochen und wiedermal täglichen Anrufen war die Leitung immer noch aktiv. Man sandte mir natürlich auch einen Zettel, welchen ich zu bestätigen hatte, allerdings war auch dieses ergebnislos. Also blieb mir nur eine Möglichkeit - Abbuchung vom Konto stoppen und die letzte Rechnung komplett stornieren, denn diese war bereits auf Kosten des Nachmieters. Bis heute hat die Telefonica nicht begriffen, dass ein Wohnortwechsel stattgefunden hat.
Als Alternative bot sich mir das Movistar Internet Premium Umtse Paket 3g mit dem HDSPA Modem ,10 GB Traffic pro Monat inklusive und “bis zu 3 Mbit” Geschwindigkeit. Und mit diesem Angebot gingen die Probleme weiter. Es ist ja durchaus verständlich, dass das Signal keine 3 Mbit hergibt, wenn man am Rande des Umts-Signals wohnt und es nur 2 von 5 Verbindungsbalken angezeigt werden. Nicht verständlich ist jedoch, dass nichtmal diese 2 Balken dauerhaft angezeigt werden, sondern die Verbindung durchschnittlich 80 mal am Tag unterbrochen wird (sofern es überhaupt eine Verbindung gibt) und ich mit Gprs im Internet rumschleichen muss. Die älteren Generationen werden sich jetzt sicher an die Anfänge des Internet erinnern, als man richtig stolz auf das schicke US-Robotics 56k Modem war, welches zwar merkwürdige Geräusche von sich gab, dafür allerdings einwandfrei funktionierte. Ansich wäre das heute auch kein Problem, wenn die heutigen Webseiten nicht mit allem möglichen Schnickschnack und Blinkibuntis ausgestattet wären, somit braucht man heute mit dieser Geschwindigkeit etwa 6-9 Minuten, bis sich eine Seite vollständig geöffnet hat. Zudem ist die Movistar Software fehlerhaft, denn mehrere Male am Tag muss der Computer neugestartet werden, weil die Anwendung nicht mehr reagiert. Somit ist Arbeiten, Download, Upload und andere Dinge, die man täglich am PC zu erledigen hat bzw. erledigen möchte, unmöglich mit Ausnahme der wenigen Tage, an welchem das Signal für einige Stunden konstant ist. Und für diesen ganzen Spass bezahlt man dann auch noch 60 Eur im Monat.
Falls jemand eine brauchbare Alternative kennt, immer her damit. Technisch betrachtet sind wir hier allertiefstes Afrika und ich bezweifle, dass sich daran in den nächsten Jahren etwas ändern wird. Willkommen im 21. Jahrhundert, wo bereits Roboter Häuser reinigen und der Rest der Welt (mit Ausnahme der Kanaren) im Sumpf der Technik versinkt und ohne diese garnicht mehr funktionieren kann…


